Im Mai 2005 sang Sandra Kreisler im ausverkauften Alten Rathaus in Bochum ältere Chansons ihres Vaters Georg Kreisler, begleitet vom Pianisten Rainer Neumüller. Jörg Kolesza beschrieb in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung einen „bissigen, schmissigen, bisweilen wehmütigen, aber nie kitschigen Abend“.
Neben dem bösen Taubenvergifter und dem Wien-Hasser brachte sie an diesem Abend auch einen anderen, sanfteren Kreisler zum Vorschein: einen, der von Tränen in der „Ewigen U-Bahn“ träumt, in Boogie-Woogie-Rhythmen die Raffgier anprangert und eine Sehnsucht nach Frieden hat. Der Kritiker nannte sie eine „mitreißende Vortragskünstlerin“. Rainer Neumüller brachte das Kunststück fertig, sich die Moritaten ganz ohne Noten nach Gehör anzueignen.
Ein bissiger, schmissiger, bisweilen wehmütiger aber nie kitschiger Abend.
Jörg Kolesza, WAZ Bochum
Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) Bochum, 5. Mai 2005 · Autor: Jörg Kolesza
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