Im Januar 2009 sang Sandra Kreisler im Parterretheater im Künerhaus in Memmingen die unbekannten Chansons ihres Vaters Georg Kreisler, am Klavier begleitet von Jochem Hochstenbach, Kapellmeister am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Antje Sonnleitner schrieb darüber in der Süddeutschen Zeitung unter dem Titel „Keine Fußstapfentreterin“.
Getreu ihrem Motto, „nicht die Asche anzubeten, sondern die Flamme weiterzureichen“, ließ sie die alten Klassiker beiseite und widmete sich den „schönen, verrückten, versponnenen“ Liedern aus den Jahren 1960 bis 2000 – von „Er war ein Er“ bis „Ein Politiker hat keine Liebe“. Die Kritikerin lobte ihre klangvolle Altstimme, die glasklare Artikulation auch bei hohem Wortaufkommen und ihr mimisches und gestisches Talent.
Zum Schluss kam Roger Stein ans Klavier, und die beiden spielten Lieder ihrer Formation Wortfront wie „Geben Sie 8“ und „Die Klofrau vom Hauptklo im Kanzleramt“. Nach sechs Zugaben blieb die Hoffnung auf ein Wiedersehen.
Von diesem Crossover zwischen literarischem Chanson und Hip-Hop hätte man gern noch mehr gehört.
Antje Sonnleitner, Süddeutsche Zeitung
Süddeutsche Zeitung · Memmingen, 27. Januar 2009 · Autorin: Antje Sonnleitner
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