Im Mai 2006 war ich auf Durchreise in Köln, um unser neues Album „Lieder eines postmodernen Arschlochs“ vorzustellen, das ich mit Roger Stein unter dem Namen Wortfront aufgenommen hatte – ein Mix aus Hip-Hop, Chanson und Klassik, „mal bissig, mal melancholisch, fast immer eigensinnig“. Silke Vogten porträtierte mich in der Kölnischen Rundschau vom 23. Mai 2006 unter dem Titel „Viel Futter für das Hirn und für die Seele“.

Sie erinnerte daran, dass man mich schon einmal als die „schönste Stimme Österreichs“ beschrieben hatte, und fand, man höre mir gerne zu, wenn ich mit dunklem Timbre und ein wenig „Wiener Schmäh“ über die Dinge des Lebens sinniere. Als Tochter von Georg Kreisler und Topsy Küppers hatte ich schon als Schauspielerin, Kabarettistin und Moderatorin gearbeitet. Nach meiner eigentlichen Passion gefragt, war meine Antwort klar:
„Das Singen. Und zwar das Singen von deutschen, intelligenten Texten.“
Sandra Kreisler in der Kölnischen Rundschau, 23. Mai 2006
Ob das heutige Publikum für eine solche Musik überhaupt offen sei? Da war ich mir sicher: „Oh, ja! Die Leute wollen durch Musik unterhalten werden und gleichzeitig aber auch ein bisschen Futter für das Hirn und für die Seele bekommen.“ Seit Mitte der 90er Jahre widmete ich mich besonders dem literarischen Chanson – ich wollte es aus der Kabarett-Ecke herausholen und wieder als eigenständige Kunstform ins Bewusstsein der Menschen bringen.
Auch mein Programm „Kreisler singt Kreisler“, mit dem ich im deutschsprachigen Raum unterwegs war, kam zur Sprache. Lange hatte ich damit gezögert, weil ich dachte, ich würde dann mit meinen Eltern verglichen – irgendwann war mir egal, was die anderen denken, und ich habe es durchgezogen. Im März hatte ich den Lale-Andersen-Preis der Stadt Bremerhaven für „gehobene Unterhaltungsmusik“ erhalten – für mich eine schöne Bestätigung, auf diesem Weg weiterzugehen.
Den ganzen Artikel aus der Kölnischen Rundschau vom 23. Mai 2006 gibt es hier als PDF:


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