Category: Nur Kritiken

  • „Der Deutsche und sein(e) Grillen“ – HNA

    „Der Deutsche und sein(e) Grillen“ – HNA

    Ende April 2011 stand ich wieder im Theaterstübchen in Kassel auf der Bühne – mit Jarkko Riihimäki am Flügel und einem Abend aus Liedern meines Vaters Georg Kreisler und aus unserer eigenen Wortfront-Werkstatt mit Roger Stein. Carolina Rehrmann schrieb darüber in der HNA unter dem Titel „Der Deutsche und sein(e) Grillen“.

    Sandra Kreisler singt mit weit ausgebreiteten Armen auf der Bühne, im Hintergrund blaues Licht
    Im Theaterstübchen Kassel. Foto: Malmus

    „Mit gezielter Beiläufigkeit war Sandra Kreisler am Donnerstagabend auf die Bühne getreten, und das gut besuchte Theaterstübchen war sofort erfüllt von ihrem Charme, so wie sich das eben gehört für eine literarische Chansonnière.“

    Carolina Rehrmann, HNA, 2. Mai 2011

    Los ging es mit unserer „Die Klofrau vom Kanzleramt“ – mit russischem Akzent und Kopftuch, an einem Ärmel nähend. Danach die Lieder meines Vaters: „Mein Mann will mich verlassen – Gott sei Dank!“ und „Also geben Sie Acht!“, und dazwischen unsere eigenen.

    „Doch Sandra Kreisler, Tochter des berühmten Wiener Komponisten und Schriftstellers, geht auch eigene künstlerische Wege.“

    Carolina Rehrmann, HNA, 2. Mai 2011

    „… eine köstliche, literarisch-philosophische Abhandlung über die deutsche Vorliebe zum Grillen […] Viel Applaus.“

    Carolina Rehrmann, HNA, 2. Mai 2011

    Besonders freut mich, dass Carolina Rehrmann unser Grill-Lied so genau beschreibt – Goethe und Schiller, die auf dem west-östlichen Divan um die Wurst streiten, während Kant und Nietzsche ihren Senf dazugeben – und auch die „Pensionierten Punks“ aus Kreuzberg, die den 80ern nachtrauern. Danke, Kassel!

    HNA, 2. Mai 2011: „Der Deutsche und sein(e) Grillen – Sandra Kreisler trat mit bissigen Chansons und schwarzhumoriger Politsatire im Theaterstübchen auf“ von Carolina Rehrmann.

  • „Eine echte Entdeckung“ – Emder Zeitung

    „Eine echte Entdeckung“ – Emder Zeitung

    Im November 2010 war ich mit Roger Stein als Wortfront-Duo im Neuen Theater in Emden zu Gast – beim ersten Begegnungsabend „Hochschule trifft Ostfriesland“ der Hochschule Emden/Leer und des Kulturbüros der Stadt Emden. Janine Schaller schrieb darüber in der Emder Zeitung unter dem Titel „Hochschule traf auf nur wenig Ostfriesland“.

    Sandra Kreisler singt mit ausgestrecktem Arm ins Mikrofon, schwarzer Hintergrund
    Im Neuen Theater Emden

    „Zu einer echten Entdeckung wurde der anschließende Auftritt des Duos ‚Wortfront‘. Sandra Kreisler (Gesang) und Roger Stein (Klavier, Keyboard und Gesang), die in Norddeutschland noch wenig bekannt sind, zogen das Publikum spätestens mit dem Stück ‚Pensionierte Punks‘ in ihren Bann.“

    Janine Schaller, Emder Zeitung, 28. November 2010

    Der Abend selbst war leider nicht so voll wie erhofft: Im Laufe des Abends kamen rund 200 Gäste – bei 887 Plätzen und rund 3500 Studierenden an den beiden Standorten. Die Hochschulleitung war darüber sichtlich enttäuscht. Für uns aber wurde es ein schöner Abend:

    „Die von Roger Stein intelligent und mit viel Wortwitz formulierten Texte, abwechslungsreiche Musik, die amüsanten Moderationen zwischen den Stücken und die starke Stimme von Sandra Kreisler sorgten für viel Applaus und regen Andrang am CD-Verkaufsstand im Foyer.“

    Janine Schaller, Emder Zeitung, 28. November 2010

    Spätestens mit den „Pensionierten Punks“ hatten wir das Publikum auf unserer Seite. Dass Janine Schaller Rogers Texte, die abwechslungsreiche Musik, unsere Moderationen und meine „starke Stimme“ hervorhebt, freut mich sehr. Unsere Zugaben dauerten dann so lange, dass das Nachfolgeduo Soul-Mate2 erst eine halbe Stunde später, um 22.15 Uhr, beginnen konnte – da hatten sich die Reihen leider schon stark gelichtet.

    Danke, Emden!

    Emder Zeitung, 28. November 2010: „Hochschule traf auf nur wenig Ostfriesland – Konzert von ‚Wortfront‘ begeisterte das Publikum“ von Janine Schaller.

  • „Kompromisslos“ – Wochenblatt Soest

    „Kompromisslos“ – Wochenblatt Soest

    Vor meinem Auftritt am Karsamstag 2010 im Bürgerzentrum Alter Schlachthof in Soest hat mich Klaus Bunte vom Wochenblatt Soest interviewt. Ich kam mit meinem damaligen Soloprogramm „Kreislerismen“, in dem ich vor allem Lieder meines Vaters Georg Kreisler und anderer „Legenden des Kabarett-Chansons“ sang. Die Überschrift des Interviews gefällt mir bis heute: „Kompromisslos“. (Die Kritik zum Abend erschien dann im Soester Anzeiger.)

    Sandra Kreisler mit langen Dreadlocks im violetten Spitzenoberteil, sitzend mit Mikrofon
    Wochenblatt Soest, 31. März 2010

    „Wenn Chansons gut sind, dann besitzen sie immer Aktualität. […] Die wirklich guten Lieder drehen sich um menschliche Zusammenhänge, Gefühle und um Abläufe, die eigentlich seit hunderten von Jahren gleich sind und gleich bleiben werden.“

    Interview mit Klaus Bunte, Wochenblatt Soest, 31. März 2010

    Viel aktualisieren musste ich die Lieder deshalb nicht – höchstens mal einen Namen austauschen, etwa den eines früheren Verteidigungsministers gegen Guttenberg. Ganz neu war nur ein Text von Werner Schneyder über den Kindesmissbrauch in der Kirche. Ich habe die Lieder meines Vaters immer schon gesungen: weil sie verlangt werden, gerade von mir – ein wenig Segen und Fluch zugleich –, und weil ich nicht will, dass neben „Tauben vergiften im Park“ und dem „Musikkritiker“ seine anderen Lieder in Vergessenheit geraten.

    Wir sprachen auch über das heutige Kabarett. Politiker hätten die Funktion des Kabaretts längst selbst übernommen, die Kabarettisten nur noch eine Blitzableiterfunktion – aber keine Aufzeigefunktion mehr. Mein Vater hatte die noch.

    „Was mir jedoch heute ganz allgemein fehlt, ist einerseits eine Kompromisslosigkeit im Ausdruck. Viele Künstler agieren unter ihrem geistigen Niveau, um ein möglichst großes Publikum zu erreichen, und erzieht es damit auch. Das hat Georg Kreisler nie getan.“

    Interview mit Klaus Bunte, Wochenblatt Soest, 31. März 2010

    Natürlich kam auch Wortfront zur Sprache, meine Band mit Roger Stein: In den Medien kommen wir kaum durch, weil man uns in keine Schublade packen kann – nicht Klassik, nicht Pop, nicht Liedermacher. Und in Deutschland regt man sich immer noch auf, wenn ein Lied „Postmodernes Arschloch“ heißt; in Österreich interessiert das niemanden. Unser Ziel ist, das Wort und das Lied gleichwertig zu stellen. Damit knüpfe ich an meinen Vater an – ebenso wie an Peter Fox oder Eminem. Denn Tradition bedeutet für mich „mehr das Weiterreichen der Flamme als das Anbeten der Asche“.

    Wochenblatt Soest, 31. März 2010: „Kompromisslos – Sandra Kreisler im Interview über ihren berühmten Vater Georg“, Interview von Klaus Bunte.

  • „Mit Kampfgeist und Raffinesse“ – Heilbronner Stimme

    „Mit Kampfgeist und Raffinesse“ – Heilbronner Stimme

    Im Januar 2010 war ich mit Wortfront im Alten Theater Sontheim in Heilbronn zu Gast – in unserer fünfköpfigen Besetzung, die ich gemeinsam mit Roger Stein gegründet habe. Uwe Deecke schrieb darüber in der Heilbronner Stimme unter dem Titel „Mit Kampfgeist und Raffinesse“.

    Sandra Kreisler mit Mikrofon auf der Bühne, in violettem Kleid
    Wortfront im Alten Theater Sontheim. Foto: Uwe Deecke

    „Wo Georg Kreisler sein Talent in Chansons verwirklichte, macht seine Tochter es immer noch lieber im Hip-Hop, in konzertanter Besetzung aber mit ebenso viel Kampfgeist und Raffinesse.“

    Uwe Deecke, Heilbronner Stimme, 29. Januar 2010

    Den Vergleich mit meinem Vater Georg Kreisler kenne ich gut – Uwe Deecke findet mich „so sarkastisch wie ihr Vater, natürlich zu ganz anderem Sound und sehr zeitgemäß“. Dass mein Outfit für ihn „mittlerweile nicht mehr so ganz passen will“, nehme ich mit Humor. Wichtiger ist mir, dass er gehört hat, worum es geht: Mit den üblichen Hip-Hop-Phrasen habe das nichts zu tun, es seien „intelligente Lieder, die nachdenklich machen und immer wieder überraschen“.

    Er beschreibt den „Beifahrer der Belanglosigkeit“, der gerne Chauffeur des eigenen Schicksals wäre, „Die Klofrau vom Kanzleramt“, die jeden kennt und der nichts verborgen bleibt, und „Stirb, bevor’s zu spät ist“ – die Krise bewältigt man am besten, indem man früher stirbt und seine Organe spendet.

    „Man hört ihr gerne zu bei ihren klugen und gefühlvollen Geschichten um ‚So wenig Sommer‘ oder ‚Berlin‘, die auch schon mal als Tango, Reggae oder sogar als Chanson daherkommen.“

    Uwe Deecke, Heilbronner Stimme, 29. Januar 2010

    „Denn Grenzen, so scheint es, mag sie gar nicht und sie ist stets für eine Überraschung gut. Zwei Zugaben müssen sein, bevor man sie von der Bühne lässt.“

    Uwe Deecke, Heilbronner Stimme, 29. Januar 2010

    Im selben Monat waren wir auch in Konstanz und Landshut unterwegs – siehe „Wortgewaltige Musik“ – Südkurier und „Gewagte Stilsymbiosen“ – Landshuter Zeitung. Danke, Heilbronn!

    Heilbronner Stimme, 29. Januar 2010: „Mit Kampfgeist und Raffinesse – Ensemble Wortfront im Alten Theater Sontheim“ von Uwe Deecke.

  • „Wortgewaltige Musik“ – Südkurier

    „Wortgewaltige Musik“ – Südkurier

    Im Januar 2010 stand ich mit Roger Stein und unserer Band Wortfront im Kulturzentrum K9 in Konstanz auf der Bühne – mit Ulrich Maiss am Cello, Paolo Eleodori am Schlagzeug, Geige und Flügel. Anna Sophie Brasch schrieb über unser Konzert im Südkurier: „Wortgewaltige Musik“. (Ein paar Jahre später bin ich übrigens ganz in die Nähe gezogen, nach Kreuzlingen.)

    Sandra Kreisler singt leidenschaftlich ins Mikrofon, schwarz-weiß
    Im K9 Konstanz – Foto: Brasch

    Den Einstieg macht ein Satz, den ich irgendwann an diesem Abend ins Publikum sagte:

    „Wenn Sie uns bisher nicht kannten, dann wissen Sie jetzt erst recht nicht, wie Sie uns beschreiben sollten.“

    Sandra im K9, zitiert im Südkurier

    „Tatsächlich“, schreibt sie, „der Abend im K9 war so bunt und vielfältig wie die Menschen auf der Bühne und die Musik, die sie machten.“ Auf den ersten Blick schienen wir fünf gar nicht zusammenzupassen: Ulrich in Anzug und Fliege, Paolo mit dem Auftreten eines Jazz-Musikers, ich mit Dreadlocks und Lederhosen – „und passten doch so gut zueinander“. Musikalisch reichte unser Crossover „von Tango über Ständchen bis zu HipHop-Inventionen“, thematisch von Politik bis zur Rente, von Minderheiten bis zu Kinderträumen. Und natürlich war auch die „Klofrau vom Kanzleramt“ dabei.

    „Wenn man ihre wortgewaltige Musik mit wenigen Worten umreißen will, so kann man es nur so versuchen: Sie beschreibt das Leben und ist zugleich so mannigfaltig wie das Leben selbst.“

    Anna Sophie Brasch, Südkurier, 19. Januar 2010

    Meine „tiefe, volle Stimme“ sei vom Klang von Cello, Geige, Flügel und Schlagzeug „perfekt unterstrichen“ worden – „eine Musik, die ihre Zuhörer einfängt und durch den Abend trägt“. Am Ende wollte uns das Publikum „kaum weglassen“. Danke, Konstanz!

    Südkurier, 19. Januar 2010: „Wortgewaltige Musik – Wortfront überzeugen im K9 mit musikalischer Achterbahnfahrt“ von Anna Sophie Brasch.

  • „Gewagte Stilsymbiosen“ – Landshuter Zeitung

    „Gewagte Stilsymbiosen“ – Landshuter Zeitung

    Am Freitag, dem 15. Januar 2010, stellte ich mit Roger Stein und unserer Band Wortfront im Salzstadel in Landshut unser neues Album „Freilandherz“ vor – zu fünft mit Kinneret Sieradzky an der Geige, Ulrich Maiss am Cello und Paolo Eleodori am Schlagzeug. Veronika Maucher schrieb über unser Konzert in der Landshuter Zeitung: „Gewagte Stilsymbiosen“.

    Sandra Kreisler singt im Salzstadel, dahinter Ulrich Maiss im Frack am Basscello
    Mit Ulrich Maiss im Salzstadel Landshut – Foto: vm

    „Nach dem Motto ‚wir halten es nicht so genau mit musikalischen Schubladen‘ treten ‚Wortfront‘ mit einer klassischen Formation aus Klavier, Geige, Cello, Schlagzeug und Gesang auf, um dann einige gewagte Stilsymbiosen einzugehen.“

    Veronika Maucher, Landshuter Zeitung, 18. Januar 2010

    Unsere Musik beschreibt sie als „Mischung aus Hiphop, Pop, Rock, Chanson und Balladen bis hin zum Tango über die ‚Klofrau vom Hauptklo im Kanzleramt‘“ – dazu ein paar reine Instrumentalstücke. Rogers Texte, die ich laut Kritik „mit Leidenschaft vortrage“, beanspruchten „die ganze Bandbreite von bissig und gesellschaftskritisch über melancholisch, poetisch, philosophisch bis hin zu lustig oder wütend und sarkastisch“ – ob in „Stirb, bevor’s zu spät ist“ oder in der Erkenntnis, dass man nur selten wirklich Fahrer des eigenen Schicksals ist.

    „Die Lieder sind thematisch nah am Leben, jede Problematik wird ohne Umwege auf den Punkt gebracht.“

    Veronika Maucher, Landshuter Zeitung, 18. Januar 2010

    Am Ende nahm das Publikum Sätze wie „Dass du nicht blind bist, ist kein Beweis, dass du was siehst“ aus „Kein Beweis“ oder „Schönheit ist ein Teil von Relativität“ zum Nachdenken mit nach Hause – „genauso wie den Tipp: Werde Fußgänger, das ist ein besserer Beruf“. Danke, Landshut!

    Landshuter Zeitung, 18. Januar 2010: „Gewagte Stilsymbiosen – ‚Wortfront‘ gastierten mit ihrer ‚Freilandtour‘“ von Veronika Maucher.

  • „Mitteleuropäische Jüdin“ – Interview bei AVIVA-Berlin

    „Mitteleuropäische Jüdin“ – Interview bei AVIVA-Berlin

    Im Dezember 2009 hat mich Lisa Erdmann für das Online-Magazin AVIVA-Berlin zum Gespräch gebeten – mit meinem Chihuahua Nebbich auf dem Schoß. Wir haben über meinen späten Weg zur Musik gesprochen, über die Lieder meines Vaters Georg Kreisler und mein Programm „Kreisler singt Kreisler“, über Wortfront mit Roger Stein, über mein Jüdischsein und über meine Pläne.

    Sandra Kreisler singt mit geschlossenen Augen ins Mikrofon, links eine Geigerin
    Foto: Sandra Kreisler

    Warum ich mich erst so spät ganz der Musik gewidmet habe, nachdem ich lange als Moderatorin und Schauspielerin gearbeitet hatte:

    „Ich hatte einfach lange Zeit Angst davor, verglichen zu werden. Ich wollte meine eigenen Brötchen backen […] Irgendwann war ich dann aber stark genug, um mir zu sagen: ‚Das Chanson-Singen ist das, was ich am liebsten mache und am besten kann.‘“

    Sandra Kreisler im Interview mit Lisa Erdmann, AVIVA-Berlin, 18. Dezember 2009

    Bei den Liedern meines Vaters suche ich mir bewusst die aus, die nicht ohnehin alle singen – ich will eine Seite des Komponisten zeigen, die vielleicht nicht so bekannt ist. Und ich habe erzählt, dass ich Interpretation unterrichte, „Acting while Singing“, wie man es in den USA lernt – mehr dazu unter Regie & Coaching.

    Porträt von Sandra Kreisler in oranger Jacke, die Hand in die Hüfte gestützt
    Sandra Kreisler

    Über Wortfront und unser damals neues Album „Freilandherz“, das am 19. Februar 2010 erschien – ganz ohne Elektronik, mit Cello, Basscello, Geige, Klavier und Schlagzeug, so wie wir live klingen:

    „Wir versuchen, das Chanson ins 21. Jahrhundert zu holen, und aus seiner Intellektuellen-Nische heraus zu katapultieren. Da gehört es nämlich gar nicht hin. Es ist Emotion gemischt mit Gedanken.“

    Sandra Kreisler im Interview mit Lisa Erdmann, AVIVA-Berlin, 18. Dezember 2009

    „Ich sage gerne: Kreisler-Lieder sind noch viel Glut, nicht nur Asche. Und Wortfront versucht jetzt, das Feuer weiter zu reichen.“

    Sandra Kreisler im Interview mit Lisa Erdmann, AVIVA-Berlin, 18. Dezember 2009
    Sandra Kreisler am Esstisch mit ihrem Chihuahua auf dem Schoß
    Beim Gespräch mit AVIVA-Berlin. Foto: © AVIVA-Berlin

    Wir haben auch über jüdische Kultur gesprochen – über Lieder von Georg Kreisler, Gerhard Bronner und anderen jenseits des üblichen „Klezmer-Abends“, über meine Auftritte in jüdischen Altersheimen und darüber, warum ich mich als „mitteleuropäische Jüdin“ fühle. Und über einen Traum: das Open Mind Quartett mit unserer Geigerin Kinneret Sieradzky wieder aufleben zu lassen – bekannte Chansons von Konstantin Wecker, Brecht und Kreisler, neu arrangiert für Streichquartett.

    Danach ging es weiter mit „Kreisler singt Kreisler – Für Fortgeschrittene“ mit Jarkko Riihimäki in der Bar jeder Vernunft und mit der Wortfront-Tour durch Süddeutschland im Januar 2010 – siehe „Gewagte Stilsymbiosen“ – Landshuter Zeitung. Danke, AVIVA-Berlin, für das schöne Gespräch!

    AVIVA-Berlin, 18. Dezember 2009: „Interview mit Sandra Kreisler“ von Lisa Erdmann.

  • „Ode an die Freiheit des Geistes“ – NWZ Göppingen

    „Ode an die Freiheit des Geistes“ – NWZ Göppingen

    Anfang Dezember 2009 war ich mit Roger Stein und unserer Band Wortfront beim Odeon im Alten E-Werk in Göppingen zu Gast – mit Kinneret Sieradzky an der Geige, Ulrich Maiss am Cello und Basscello und Paolo Eleodori am Schlagzeug. Sabine Ackermann schrieb über unseren Abend in der NWZ unter dem schönen Titel „Ode an die Freiheit des Geistes“.

    Sandra Kreisler singt mit erhobenem Mikrofon, dahinter Kinneret Sieradzky an der Geige
    Mit Kinneret Sieradzky im Alten E-Werk – Foto: Staufenpress

    „Was oder wer ist ‚Wortfront‘?“, fragt sie zu Beginn. Der Name klinge martialisch und provokant – „‚An vorderster Front der Sprache‘, diesen Anspruch stellen Roger Stein und Sandra Kreisler an sich selbst – und werden dem auch zu hundert Prozent gerecht.“ Gleich zum Auftakt sang ich unser „Postmodernes Arschloch“, laut Kritik „messerscharf sowie in einer beeindruckenden Geschwindigkeit“: „Krawumm, das war schon zum Auftakt ein cleveres Gedankenspielchen über den modernen Menschen von heute.“

    „‚Wortfront‘ macht Musik für alle, die nicht das Alltägliche lieben. Und wer hat’s erfunden? Natürlich ein Schweizer. Aus der Feder des studierten Musikers stammen nicht nur die Melodien, sondern ebenso die tiefgründigen Texte, beide Komponenten ergänzen sich auf exzellente Weise.“

    Sabine Ackermann, NWZ Göppingen, 7. Dezember 2009

    Genre-Grenzen würden „einfach abgeschafft“, was zähle, sei „der ungefilterte Inhalt der emotionalen Lieder“. Sie erzählt von „Kein Beweis“, vom traurigen Kind Sonja, von den „Scheißtypen“ und davon, wie ich „rotzfrech“ von der „Klofrau vom Kanzleramt“ singe: „Kanzler kommen, Kanzler geh’n, nur die Scheiße bleibt besteh’n.“ Auch Roger „singt Tacheles“, ob im melancholischen „Sommerkind“, in der „Volksmusik“ oder mit unseren Ansichten zur Weihnachtszeit.

    „Genauso wie die temperamentvolle Sängerin ist Kinneret Sieradzky ein wahrer Augen- und Ohrenschmaus. Die erst 26-jährige Israelin überzeugt mit satten, treffgenauen sowie turboschnellen Geigenklängen auf allerhöchstem Niveau.“

    Sabine Ackermann, NWZ Göppingen, 7. Dezember 2009

    Auch Ulrich habe Cello und das seltene Basscello „bravourös“ bedient, Paolo am Schlagzeug „Talent nebst lautstarker Vielseitigkeit“ bewiesen. Nach einigen Zugaben gab es „lang anhaltenden Beifall“. Danke, Göppingen!

    NWZ Göppingen, 7. Dezember 2009: „Ode an die Freiheit des Geistes – ‚Wortfront‘ mit Sandra Kreisler und Roger Stein bei Odeon“ von Sabine Ackermann.

  • „Starke Nummern“ – Süddeutsche Zeitung

    „Starke Nummern“ – Süddeutsche Zeitung

    Am Donnerstag, 25. Juni 2009, war ich mit Roger Stein und unserer Band Wortfront und dem Programm „Von vorn mit Anlauf“ im Kleinen Theater in Haar bei München zu Gast – in großer Besetzung mit Anna Eichholz an der Geige, Ulrich Maiss am Cello und Paolo Eleodori am Schlagzeug. Roswitha Grosse schrieb über unseren Auftritt in der Süddeutschen Zeitung: „Starke Nummern – Ensemble ‚Wortfront‘ glänzt im Kleinen Theater“.

    Sandra Kreisler singt am Mikrofon, hinter ihr Anna Eichholz mit Geige und Ulrich Maiss am Cello
    Mit Anna Eichholz und Ulrich Maiss – Foto: Simone Hofmann

    Sie beginnt mit meinem Vater: 1995 hatte Georg Kreisler zusammen mit Barbara Peters das Publikum im Kleinen Theater begeistert – und nun, schreibt sie, habe seine Tochter bewiesen, „dass sie als Interpretin böser Lieder künstlerisch ebenso überzeugen kann“. Unseren Abend nennt sie „einen betörenden Mix aus Hip Hop, Literatur, Chanson und Kabarett, der sich wohltuend vom gängigen Mainstream abhebt“.

    „Musikalisch und auch textlich waren das starke Nummern, die Musiker und Sängerin in Haar auf die Bühne brachten. Da gaben sich souverän schwarzer Humor, beißende Ironie und auch Romantik die Hand.“

    Roswitha Grosse, Süddeutsche Zeitung, 30. Juni 2009

    Über meine Stimme schreibt sie, ich sänge „mit dunkel gefärbter, herber Stimme“ so, wie Schauspieler etwa Brecht-Songs singen – „wohl artikuliert und prononciert“ – und als Rap mit schnell gesprochen-gesungenen Satzketten. Sie zitiert auch eine Zeile aus unserem Programm: „Im Grunde haben wir wenig Feinde, die uns attackieren, aber einen Haufen Freunde, die uns falsch schubladisieren.“ Die Songtexte habe ich, so schreibt sie, „mit wandlungsfähiger Interpretationsgabe zu eindringlich-literarischer Qualität“ gestaltet, „die Zuhörer nicht gleichgültig lässt“ – ob es böse um die Krise ging, um Frauen als „Einzelkämpfer“ oder um die Söldner der Gegenwart.

    „Von der Geige und Percussion-Virtuosität über Bachs Invention à la Hip Hop mit atemberaubenden Tonreibungen bis hin zu Karibik-Sound-Schlagerparodie und bestem Hip-Hop-Jazz-Feeling reichte die überzeugende Bandbreite des ungewöhnlichen Ensembles.“

    Roswitha Grosse, Süddeutsche Zeitung, 30. Juni 2009

    Ein Extralob bekam Ulrich Maiss für sein großes Multiplay-Solo „mit Zitaten von John Cage bis Funky-Jazz“. Und zum Schluss: „Dass des Deutschen heimliche Liebe aber die Volksmusik ist, war natürlich auch schräg gedacht“ – gemeint ist unsere Volxmusik.

    Zwei Wochen vorher waren wir in derselben Besetzung in Goslar – hier die Kritik der Goslarschen Zeitung.

    Danke, Haar!

    Süddeutsche Zeitung, Landkreisausgabe, Dienstag, 30. Juni 2009, Seite R2: „Starke Nummern – Ensemble ‚Wortfront‘ glänzt im Kleinen Theater“ von Roswitha Grosse.

  • „Wider die Belanglosigkeit“ – Goslarsche Zeitung

    „Wider die Belanglosigkeit“ – Goslarsche Zeitung

    Im Juni 2009 war ich mit Roger Stein und unserer Band Wortfront bei den Goslarer Tagen der Kleinkunst im Kulturkraftwerk zu Gast – in großer Besetzung mit Anna Eichholz an der Violine, Ulrich Maiss am Cello und Paolo Eleodori am Schlagzeug. „Es ist ein Experiment“, hatte Kleinkunstchef Tristan Niewisch den Abend eröffnet. Carsten Jelinski schrieb über unseren Auftritt in der Goslarschen Zeitung: „Wider die Belanglosigkeit“. (Vierzehn Jahre später war ich übrigens wieder im Kulturkraftwerk.)

    Sandra Kreisler sitzt mit Mikrofon am Bühnenrand, dahinter das Wortfront-Banner
    Im Kulturkraftwerk Goslar – Foto: Kempfer

    „Großes, bewegendes Musikkabarett bot das Ensemble ‚Wortfront‘ beim Auftritt im Kulturkraftwerk und begeisterte das Publikum. Erst nach vier Zugaben konnten die Musiker, selber von der Stimmung überwältigt, die Bühne verlassen.“

    Carsten Jelinski, Goslarsche Zeitung, 11. Juni 2009

    Er beschreibt unser Ensemble als „eine hervorragende Diseuse“, „einen umwerfenden Text- und Musikautor am Keyboard“, „eine strahlende Violine“, „einen einfallsreichen Cellisten“ und einen Schlagzeuger, der in Goslar seinen Einstand gab. Unsere Musik überschreite „munter musikalische Grenzen, vom Schlager zum Rap, von der klassischen Kammermusik zum Pop“ – dazu Rogers Texte, „die betreffen, betroffen machen, einschlagen, zu Herzen gehen, aufrütteln“. Eine Einordnung in die Schublade? „Geht nicht. Gut so.“

    „Sandra Kreisler, Tochter der Satirik-Legende Georg Kreisler, ist als Diseuse schwer beeindruckend. Die ‚Lale-Andersen‘-Preisträgerin präsentiert ihre Lieder mit Charme, erinnert stimmlich irgendwie an Claire Waldoff, Zarah Leander, an Lale oder Evelyn Künneke.“

    Carsten Jelinski, Goslarsche Zeitung, 11. Juni 2009
    Ulrich Maiss mit Hut und Sonnenbrille am Cello
    Ulrich Maiss am Cello – Foto: Kempfer

    Mit Claire Waldoff, Zarah Leander, Lale Andersen und Evelyn Künneke in einem Satz genannt zu werden, hat mich sehr gefreut – ebenso, dass er „die Ernsthaftigkeit, die hinter jedem Wort steht“ gespürt hat: „Ihr Tun ist ihr wichtig, der Feldzug gegen die Belanglosigkeit.“ Bei Zeilen wie „Ein abgelaufenes Vorurteil steht in unserem Regal“ dachte er sogar an die Truisms von Jenny Holzer. Manchem sei das sprachliche Niveau manchmal zu deftig gewesen, „doch Roger Stein hat ja Recht: Soll der Text wirken, muss er zupacken.“

    „Ein wundervoller Abend, der das Herz weit machte, weil er bot, was selten geworden ist: Pralles Leben, Lust, Leidenschaft und Ehrlichkeit.“

    Carsten Jelinski, Goslarsche Zeitung, 11. Juni 2009

    Danke, Goslar!

    Goslarsche Zeitung, Donnerstag, 11. Juni 2009: „Wider die Belanglosigkeit – Ensemble ‚Wortfront‘ bot kabarettistisches Wechselbad der Gefühle“ von Carsten Jelinski.