Der Kritiker hob vor allem ihre Präsenz und Körperlichkeit hervor: Die Distanz zum Publikum war an diesem Abend aufgehoben, und nichts wirkte einstudiert. Angekündigt war eine Zeitreise durch das Kabarett-Chanson. Neben Liedern von Georg Kreisler wie dem rasant „gerappten“ „Opernboogie“ standen neue Chansons wie „Die Klofrau vom Hauptklo im Kanzleramt“, die Sandra Kreisler gemeinsam mit Roger Stein geschrieben hatte.
Es war ein toller Abend mit einer tollen Künstlerin.
Badische Zeitung, 15. Juli 2013 · Autor: Robert Ullmann
Am 30. September 2011 stand ich mit Wortfront in der KulturScheune (KuSch) in Herborn auf der Bühne – am letzten Wettbewerbsabend um den vierten Herborner Kleinkunstpreis „Schlumpeweck“, ein paar Monate nach Kassel. Mit Roger Stein am Klavier und drei Musikern an Schlagzeug, Cello und Geige. In Mittelhessen erschien darüber die Kritik „Georg Kreislers Tochter Sandra begeistert mit ‚Wortfront‘ in Herborn“.
„Die ‚Wortfront‘-Worte leben, offenbaren jede Menge Poesie und manchmal auch etwas Pathos. Sie verführen, verletzen und verbinden.“
hei, Mittelhessen, 2. Oktober 2011
Roger sang an dem Abend „Man kann von vielem leben, doch sicher nicht von Poesie“ – und der Kritiker schreibt, man schenke dieser Aussage keinen Glauben.
„In Herborn hat man die ‚Freilandherzen‘ von ‚Wortfront‘ ins Herz geschlossen – ob mit oder ohne ‚Schlumpeweck‘.“
Ende April 2011 stand ich wieder im Theaterstübchen in Kassel auf der Bühne – mit Jarkko Riihimäki am Flügel und einem Abend aus Liedern meines Vaters Georg Kreisler und aus unserer eigenen Wortfront-Werkstatt mit Roger Stein. Carolina Rehrmann schrieb darüber in der HNA unter dem Titel „Der Deutsche und sein(e) Grillen“.
Im Theaterstübchen Kassel. Foto: Malmus
„Mit gezielter Beiläufigkeit war Sandra Kreisler am Donnerstagabend auf die Bühne getreten, und das gut besuchte Theaterstübchen war sofort erfüllt von ihrem Charme, so wie sich das eben gehört für eine literarische Chansonnière.“
Carolina Rehrmann, HNA, 2. Mai 2011
Los ging es mit unserer „Die Klofrau vom Kanzleramt“ – mit russischem Akzent und Kopftuch, an einem Ärmel nähend. Danach die Lieder meines Vaters: „Mein Mann will mich verlassen – Gott sei Dank!“ und „Also geben Sie Acht!“, und dazwischen unsere eigenen.
„Doch Sandra Kreisler, Tochter des berühmten Wiener Komponisten und Schriftstellers, geht auch eigene künstlerische Wege.“
Carolina Rehrmann, HNA, 2. Mai 2011
„… eine köstliche, literarisch-philosophische Abhandlung über die deutsche Vorliebe zum Grillen […] Viel Applaus.“
Carolina Rehrmann, HNA, 2. Mai 2011
Besonders freut mich, dass Carolina Rehrmann unser Grill-Lied so genau beschreibt – Goethe und Schiller, die auf dem west-östlichen Divan um die Wurst streiten, während Kant und Nietzsche ihren Senf dazugeben – und auch die „Pensionierten Punks“ aus Kreuzberg, die den 80ern nachtrauern. Danke, Kassel!
HNA, 2. Mai 2011: „Der Deutsche und sein(e) Grillen – Sandra Kreisler trat mit bissigen Chansons und schwarzhumoriger Politsatire im Theaterstübchen auf“ von Carolina Rehrmann.
Im November 2010 war ich mit Roger Stein als Wortfront-Duo im Neuen Theater in Emden zu Gast – beim ersten Begegnungsabend „Hochschule trifft Ostfriesland“ der Hochschule Emden/Leer und des Kulturbüros der Stadt Emden. Janine Schaller schrieb darüber in der Emder Zeitung unter dem Titel „Hochschule traf auf nur wenig Ostfriesland“.
Im Neuen Theater Emden
„Zu einer echten Entdeckung wurde der anschließende Auftritt des Duos ‚Wortfront‘. Sandra Kreisler (Gesang) und Roger Stein (Klavier, Keyboard und Gesang), die in Norddeutschland noch wenig bekannt sind, zogen das Publikum spätestens mit dem Stück ‚Pensionierte Punks‘ in ihren Bann.“
Janine Schaller, Emder Zeitung, 28. November 2010
Der Abend selbst war leider nicht so voll wie erhofft: Im Laufe des Abends kamen rund 200 Gäste – bei 887 Plätzen und rund 3500 Studierenden an den beiden Standorten. Die Hochschulleitung war darüber sichtlich enttäuscht. Für uns aber wurde es ein schöner Abend:
„Die von Roger Stein intelligent und mit viel Wortwitz formulierten Texte, abwechslungsreiche Musik, die amüsanten Moderationen zwischen den Stücken und die starke Stimme von Sandra Kreisler sorgten für viel Applaus und regen Andrang am CD-Verkaufsstand im Foyer.“
Janine Schaller, Emder Zeitung, 28. November 2010
Spätestens mit den „Pensionierten Punks“ hatten wir das Publikum auf unserer Seite. Dass Janine Schaller Rogers Texte, die abwechslungsreiche Musik, unsere Moderationen und meine „starke Stimme“ hervorhebt, freut mich sehr. Unsere Zugaben dauerten dann so lange, dass das Nachfolgeduo Soul-Mate2 erst eine halbe Stunde später, um 22.15 Uhr, beginnen konnte – da hatten sich die Reihen leider schon stark gelichtet.
Im Mittelpunkt standen die Lieder ihres Vaters Georg Kreisler – von „Werden Sie doch Witwe“ über seine Utopie einer Welt ohne Geld bis zum „Lied über gar nichts“. Dazu kamen Texte von Werner Schneyder, Ernst Stankowski und Gerhard Bronner, ein Liebeslied von Dota und den Stadtpiraten sowie „Die Klofrau vom Kanzleramt“ von Roger Stein. Sandra Kreisler erzählte wenig über ihren oft so fernen Vater und ließ die Lieder für sich sprechen.
Sandra Kreisler ist eine selbstbewusste Frau mit bemerkenswerter Sprech- und Singstimme, der man gern an den Lippen klebt.
Im April 2010 trat Sandra Kreisler im Kurtheater Bad Pyrmont auf, am Flügel begleitet von Jochem Hochstenbach. Karin Heininger schrieb in den Pyrmonter Nachrichten, sie habe es geschafft, sich vom Schatten des großen Namens ihres Vaters Georg Kreisler freizuschwimmen – und bewies das an diesem Abend eindrucksvoll.
Mit Rastalocken, lebhafter Gestik und blitzenden Augen nahm sie sich die „Arschkriecher“ ebenso vor wie die „kleinen Männer mit der großen Macht“ und erlebte als „Klofrau vom Kanzleramt“ so manchen Politiker bei seinen Geschäften. Viele Zungenbrecher spulte sie in atemberaubendem Tempo ab. Neben Chansons von Georg Kreisler sang sie Lieder von Gerhard Bronner und anderen Wiener Kabarettisten.
Frech, witzig und kritisch sind ihre Chansons.
Karin Heininger, Pyrmonter Nachrichten
Das Publikum folgte dem abwechslungsreichen Programm von ernst bis heiter mit viel Beifall.
Pyrmonter Nachrichten, 6. April 2010 · Autorin: Karin Heininger
Am Ostersamstag 2010 trat Sandra Kreisler im Alten Schlachthof in Soest auf. Der Vorverkauf war schleppend gelaufen, rund fünfzig Gäste kamen – darunter Fans, die eigens aus Stuttgart und München angereist waren. Der Soester Anzeiger berichtete unter dem Titel „Zeitlose Schelte“.
Der Abend stand im Zeichen der Verbeugung vor den Großen des Wiener Chansons, allen voran vor ihrem Vater Georg Kreisler. Begleitet wurde sie nur von Jochem Hochstenbach, Kapellmeister am Badischen Staatstheater Karlsruhe, auf einer spärlich, aber wirkungsvoll ausgeleuchteten Bühne. Auf dem Programm standen unter anderem „Der General“ und „Kleine Männer mit riesengroßer Macht“ – und aus der Wortfront-CD „Die Klofrau vom Kanzleramt“, die sie mit Kopftuch und strickend am Bühnenrand gab.
Denn Kreisler dominiert Bühne und Saal mit ihrer Ausstrahlung, so dass jegliches Bühnenbild nur noch Staffage wäre.
Soester Anzeiger
Mit ihrer tiefen, rauchigen Stimme sang sie die Stücke nicht nur – sie interpretierte sie und füllte sie mit Leben.
Vor meinem Auftritt am Karsamstag 2010 im Bürgerzentrum Alter Schlachthof in Soest hat mich Klaus Bunte vom Wochenblatt Soest interviewt. Ich kam mit meinem damaligen Soloprogramm „Kreislerismen“, in dem ich vor allem Lieder meines Vaters Georg Kreisler und anderer „Legenden des Kabarett-Chansons“ sang. Die Überschrift des Interviews gefällt mir bis heute: „Kompromisslos“. (Die Kritik zum Abend erschien dann im Soester Anzeiger.)
Wochenblatt Soest, 31. März 2010
„Wenn Chansons gut sind, dann besitzen sie immer Aktualität. […] Die wirklich guten Lieder drehen sich um menschliche Zusammenhänge, Gefühle und um Abläufe, die eigentlich seit hunderten von Jahren gleich sind und gleich bleiben werden.“
Interview mit Klaus Bunte, Wochenblatt Soest, 31. März 2010
Viel aktualisieren musste ich die Lieder deshalb nicht – höchstens mal einen Namen austauschen, etwa den eines früheren Verteidigungsministers gegen Guttenberg. Ganz neu war nur ein Text von Werner Schneyder über den Kindesmissbrauch in der Kirche. Ich habe die Lieder meines Vaters immer schon gesungen: weil sie verlangt werden, gerade von mir – ein wenig Segen und Fluch zugleich –, und weil ich nicht will, dass neben „Tauben vergiften im Park“ und dem „Musikkritiker“ seine anderen Lieder in Vergessenheit geraten.
Wir sprachen auch über das heutige Kabarett. Politiker hätten die Funktion des Kabaretts längst selbst übernommen, die Kabarettisten nur noch eine Blitzableiterfunktion – aber keine Aufzeigefunktion mehr. Mein Vater hatte die noch.
„Was mir jedoch heute ganz allgemein fehlt, ist einerseits eine Kompromisslosigkeit im Ausdruck. Viele Künstler agieren unter ihrem geistigen Niveau, um ein möglichst großes Publikum zu erreichen, und erzieht es damit auch. Das hat Georg Kreisler nie getan.“
Interview mit Klaus Bunte, Wochenblatt Soest, 31. März 2010
Natürlich kam auch Wortfront zur Sprache, meine Band mit Roger Stein: In den Medien kommen wir kaum durch, weil man uns in keine Schublade packen kann – nicht Klassik, nicht Pop, nicht Liedermacher. Und in Deutschland regt man sich immer noch auf, wenn ein Lied „Postmodernes Arschloch“ heißt; in Österreich interessiert das niemanden. Unser Ziel ist, das Wort und das Lied gleichwertig zu stellen. Damit knüpfe ich an meinen Vater an – ebenso wie an Peter Fox oder Eminem. Denn Tradition bedeutet für mich „mehr das Weiterreichen der Flamme als das Anbeten der Asche“.
Wortfront im Alten Theater Sontheim. Foto: Uwe Deecke
„Wo Georg Kreisler sein Talent in Chansons verwirklichte, macht seine Tochter es immer noch lieber im Hip-Hop, in konzertanter Besetzung aber mit ebenso viel Kampfgeist und Raffinesse.“
Uwe Deecke, Heilbronner Stimme, 29. Januar 2010
Den Vergleich mit meinem Vater Georg Kreisler kenne ich gut – Uwe Deecke findet mich „so sarkastisch wie ihr Vater, natürlich zu ganz anderem Sound und sehr zeitgemäß“. Dass mein Outfit für ihn „mittlerweile nicht mehr so ganz passen will“, nehme ich mit Humor. Wichtiger ist mir, dass er gehört hat, worum es geht: Mit den üblichen Hip-Hop-Phrasen habe das nichts zu tun, es seien „intelligente Lieder, die nachdenklich machen und immer wieder überraschen“.
„Man hört ihr gerne zu bei ihren klugen und gefühlvollen Geschichten um ‚So wenig Sommer‘ oder ‚Berlin‘, die auch schon mal als Tango, Reggae oder sogar als Chanson daherkommen.“
Uwe Deecke, Heilbronner Stimme, 29. Januar 2010
„Denn Grenzen, so scheint es, mag sie gar nicht und sie ist stets für eine Überraschung gut. Zwei Zugaben müssen sein, bevor man sie von der Bühne lässt.“
Im Januar 2010 stand ich mit Roger Stein und unserer Band Wortfront im Kulturzentrum K9 in Konstanz auf der Bühne – mit Ulrich Maiss am Cello, Paolo Eleodori am Schlagzeug, Geige und Flügel. Anna Sophie Brasch schrieb über unser Konzert im Südkurier: „Wortgewaltige Musik“. (Ein paar Jahre später bin ich übrigens ganz in die Nähe gezogen, nach Kreuzlingen.)
Im K9 Konstanz – Foto: Brasch
Den Einstieg macht ein Satz, den ich irgendwann an diesem Abend ins Publikum sagte:
„Wenn Sie uns bisher nicht kannten, dann wissen Sie jetzt erst recht nicht, wie Sie uns beschreiben sollten.“
Sandra im K9, zitiert im Südkurier
„Tatsächlich“, schreibt sie, „der Abend im K9 war so bunt und vielfältig wie die Menschen auf der Bühne und die Musik, die sie machten.“ Auf den ersten Blick schienen wir fünf gar nicht zusammenzupassen: Ulrich in Anzug und Fliege, Paolo mit dem Auftreten eines Jazz-Musikers, ich mit Dreadlocks und Lederhosen – „und passten doch so gut zueinander“. Musikalisch reichte unser Crossover „von Tango über Ständchen bis zu HipHop-Inventionen“, thematisch von Politik bis zur Rente, von Minderheiten bis zu Kinderträumen. Und natürlich war auch die „Klofrau vom Kanzleramt“ dabei.
„Wenn man ihre wortgewaltige Musik mit wenigen Worten umreißen will, so kann man es nur so versuchen: Sie beschreibt das Leben und ist zugleich so mannigfaltig wie das Leben selbst.“
Anna Sophie Brasch, Südkurier, 19. Januar 2010
Meine „tiefe, volle Stimme“ sei vom Klang von Cello, Geige, Flügel und Schlagzeug „perfekt unterstrichen“ worden – „eine Musik, die ihre Zuhörer einfängt und durch den Abend trägt“. Am Ende wollte uns das Publikum „kaum weglassen“. Danke, Konstanz!